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Warnung der WHO: Impftempo erhöhen und Schutzmaßnahmen treffen

Warnung der WHO: Impftempo erhöhen und Schutzmaßnahmen treffen

18.07.2022
Impftempo erhöhen und Schutzmaßnahmen treffen

Ende Juli mahnt Hans Kluge, Regionsdirektor für Europa der WHO, den Kontinent zu entschiedenem Engagement in der Pandemiebekämpfung. Die Weltgesundheitsorganisation beobachtet seit über zwei Jahren die Entwicklung der Covid-19-Pandemie – innerhalb der letzten Wochen steigen die Zahlen und die WHO mahnt zur Vorsicht.

 

Zwar erweckt das Wegfallen vieler Maßnahmen den Eindruck, die Pandemie flaue ab oder sei gar vorbei, zwischen Anfang Juni und Mitte Juli haben sich die europäischen Inzidenzen allerdings verdreifacht und auch die Hospitalisierungsrate ist leicht angestiegen. Zuletzt scheint das Infektionsgeschehen wieder leicht abzuflauen, allerdings ist fraglich, wie belastbar die erhobenen Daten sind, da weitaus weniger Tests stattfinden und positive Schnelltests immer seltener mit einem PCR-Test bestätigt werden.

 

Wozu rät die WHO?

Neben den Infektionsdaten auf der einen Seite ist die Resilienz der Bevölkerung auf der anderen Seite ein wichtiger Faktor für das weitere Infektionsgeschehen. Die WHO appelliert daher an die europäischen Staaten, das Impftempo weiter auf einem hohen Niveau zu halten, damit die Bevölkerung vor allem im kommenden Herbst und Winter nicht ungeschützt auf neue Varianten trifft. Ab Herbst werden zusätzlich Impfstoffe erwartet, die auf die grassierenden Omikron-Varianten zugeschnitten sind.
Eine der entscheidenden Entwicklungen einer Pandemie ist die Mutation des Erregers – je mehr Infektionen passieren, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Mutation des Virus. Um dem vorzubeugen, spricht sich die WHO für eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in bestimmten Bereichen aus.
Solcherlei Maßnahmen könnten dafür sorgen, dass im weiteren Verlauf des Jahres drastischere Regelungen vermieden werden können. Weder die Gesellschaft noch die Politik seien bereit für die sozialen, psychischen und finanziellen Belastungen durch einen weiteren Lockdown.

 

Was könnte auf uns zukommen?

Auf politischer Ebene und in der Wissenschaft wird von einer merklichen Verschärfung der Pandemie-Situation spätestens im Herbst ausgegangen. Wenn sich das Leben wieder vermehrt in Innenräumen abspielt, steigt auch die Zahl der Erkrankungen wieder an. Dazu kommt, dass einige Mutationen sogenannte „Escape-Varianten“ sind. Das bedeutet, dass sie sich an entscheidenden Stellen so stark vom Ursprungsvirus unterscheiden, dass das Immunsystem des Körpers das Virus nicht frühzeitig erkennen und bekämpfen kann.
Die Bundesregierung berät daher bereits über Strategien zur Eindämmung – nicht zuletzt, weil mit dem Infektionsschutzgesetz die Grundlage für viele Maßnahmen am 23. September auslaufen wird. Die geplanten Maßnahmen sollen, so heißt es in Medienberichten, eine Form der Maskenpflicht in Innenräumen einschließen. Außerdem sollen das Testen und die Impfung zentrale Rollen einnehmen.
Ob die derzeitige Regelung der Bürgertests für drei Euro eine Reform erleben wird, ist unklar. Auch die Regelungen in Schulen werden aktuell noch diskutiert. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erteilte aber Schulschließungen eine Absage. Ebenso soll es keinen weiteren Lockdown geben und auch Ausgangssperren sollen im Herbst nicht zum Repertoire der Pandemiebekämpfung in Deutschland gehören.

 

Wie steht es um die Impfstoffe?

Für die meisten ist zu diesem Zeitpunkt wohl die vierte Corona-Schutzimpfung als nächstes an der Reihe. Nach einem Winter mit intensiver Impfkampagne ist es medial und aus Regierungskreisen eher still geworden, was die Impfung betrifft. Nun aber wird die vierte Impfung für Risikogruppen empfohlen, außerdem sollen im Herbst neue, auf die Omikron-Variante angepasste Impfstoffe zugelassen werden.
Weiterhin gilt: es ist genügend Impfstoff vorhanden. Bei über 30-jährigen bietet sich Moderna besonders an, der Impfstoff von BioNTech-Pfizer kann ab einem Alter von 12 Jahren verabreicht werden. Angesichts der Sommerwelle kann eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt durchaus sinnvoll sein, da das öffentliche Leben wieder an Fahrt aufgenommen hat und vielerorts ohne Test, Maske und Abstand miteinander getanzt, gefeiert oder einfach beieinandergesessen wird.

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