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Haarausfall nach Corona? Ursachen und Behandlungstipps

Haarausfall nach Corona? Ursachen und Behandlungstipps

04.10.2022
Haarausfall nach Corona? Ursachen und Behandlungstipps

Wer eine Infektion mit Covid-19 überstanden hat, merkt die Auswirkungen der Infektion oft noch Wochen oder gar Monate, nachdem die eigentliche Infektion vorüber ist. Dazu gehört nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in vielen Fällen auch infektionsbedingter Haarausfall. Dieser tritt in den meisten Fällen erst mehrere Wochen nach der Infektion auf, weswegen viele Betroffene den Haarausfall nicht mit der Corona-Infektion in Verbindung bringen.

 

Für alle Betroffenen gibt es aber gute Nachrichten: Der Haarausfall nach einer Corona-Infektion ist reversibel. In manchen Fällen dauert es zwar bis zu mehreren Monaten, die Haarwurzeln werden sich aber wieder gänzlich erholen. Alle wichtigen Infos haben wir Ihnen hier zusammengefasst.

Wie häufig ist Haarausfall nach Corona?

 

Belastbare Zahlen zur durchschnittlichen Häufigkeit von Haarausfall nach einer Infektion mit Covid-19 gibt es noch nicht, allerdings konnten Studien einen Zusammenhang zwischen der Infektion und später einsetzendem Haarausfall belegen. Auch einige Tendenzen sind bereits bekannt und werden weitergehend überprüft:

 

– Laut einer Studie aus dem Iran entwickelte rund ein Viertel (24,2%) der PCR-positiven Covid-19-Patienten nach der Infektion Haarverlust.

 

– Eine Studie aus den USA stellt Haarausfall lediglich bei 5,4 Prozent fest, hier lag der Zeitlimit allerdings bei 30 Tagen ab dem positiven Test. Meist bemerken die Patienten den Verlust von Haaren jedoch erst später.

 

– Dabei scheinen Alter und Geschlecht keinen Einfluss auf die Entwicklung des Haarverlusts zu haben.

 

– Auch die Schwere des Infektionsverlaufs hat offenbar keinen bedeutenden Einfluss darauf, ob Haarverlust entsteht und wie intensiv er wird.

 

Bedeutet Haarausfall nach Corona, dass ich Long Covid habe?

 

Es konnte in verschiedenen Studien bestätigt werden, dass Covid-19-bedingter Haarausfall erst einige Wochen nach der Infektion auftritt – damit gehört das Symptom in den Definitionsbereich von Long Covid. Ob dabei ein Zusammenhang zu anderen Symptomen von Long Covid besteht, ist unklar. Wenn Sie also merken, dass Sie nach einer Covid-19-Infektion.

 

Haarausfall bekommen, heißt das noch längst nicht, dass andere Symptome von Long Covid wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten ebenfalls auftreten werden.

 

Falls der Haarausfall länger als 6 Monate andauert, sollten Sie allerdings Ihren Hausarzt aufsuchen und mit ihm die vorhandenen Symptome abklären.

 

Ein Teil der Zeitverzögerung zwischen der Infektion und dem Ausfallen der ersten Haare entsteht außerdem dadurch, dass die Haare mehrere Wochen brauchen, um sich aus dem Follikel zu lösen. So entsteht der Eindruck einer größeren zeitlichen Verzögerung.

 

Wie lösen Viren Haarausfall aus?

 

Dass Haare ausfallen, ist erst einmal völlig normal. Die durchschnittliche Wachstumsphase menschlicher Haare bzw. der Haarwurzeln hat eine Länge von drei bis fünf Jahren. Darauf folgt die etwa zwei bis drei Wochen andauernde Übergangsphase zur Telogenphase, auch Ruhephase oder Ausfallphase genannt. Diese Ausfallphase hält etwa zwei bis drei Monate an, während welcher sich die Haare aus ihrer Verankerung lösen.

 

Bei einer Virusinfektion wie Covid-19 wird der Körper einem enormen Stress ausgesetzt. Das kann dazu führen, dass das Haar aus der Wachstumsphase in die Ausfallphase wechselt. So erklärt sich auch die Zeitverzögerung zwischen Infektionsbeginn und Eintreten des Haarausfalls: das Haar benötigt mehrere Monate, um sich aus seiner Verankerung zu lösen. Auch nach anderen Virus-Erkrankungen kann Haarausfall auftreten.

 

Wichtig: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich darin einig, dass Haarausfall nach Corona reversibel ist. Das bedeutet, dass die Haarwurzeln keinen dauerhaften Schaden davontragen und nach einigen Monaten der Haarverlust wieder zurückgehen sollte.

 

Unsere Behandlungstipps gegen Haarausfall nach Corona

 

So schwierig es auch sein mag: das Wichtigste ist und bleibt das Ruhe Bewahren. Sie brauchen zwar möglicherweise einige Monate Geduld, bis Ihr Haar wieder dieselbe Fülle hat wie vor der Corona-Infektion, die Anwendung von Antihaarausfall-Kosmetika kann allerdings Ihre Haare nicht wieder zurück in die Wachstumsphase bringen. Im schlimmsten Fall wirken diese Mittel eher als zusätzlicher Stressfaktor für Ihr Haar oder die Kopfhaut.

 

Anstatt die ausfallenden Haare aufhalten zu versuchen, sollten Sie den neu nachwachsenden Haaren optimale Bedingungen schaffen. Um sicherzustellen, dass Ihr Nährstoffhaushalt auf einem gesunden Niveau ist, können Sie beim Arzt eine Blutprobe machen lassen. Nährstoffe wie Eisen, Zink oder Vitamin D3 beeinflussen das Wachstum Ihrer Haare und sollten daher in gesundem Maße vorhanden sein.

 

Die zwei wichtigsten Dinge, die Sie über den Haarausfall nach einer Corona-Infektion wissen sollten, sind allerdings:

 

1.: Es handelt sich um eine gängige Nebenwirkung von Virusinfektionen.

 

2.: Der Haarausfall ist nicht chronisch – nach einigen Monaten wächst Ihr Haar wieder wie vor der Infektion.

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